Eröffnungs-Gala Orientale 2007
copyright www.bellydancephoto.de Nelk/Schmidt - Pas de deux: Manis und Gamal (openPR) - 15. Februar in Düsseldorf – bunte Kostüme, fantastische Musik und großartige Stimmung. „Klar“ wird jeder sofort sagen – „das ist doch normal an Weiberfastnacht in einer der Karnevalshochburgen Deutschlands“. Aber diese Farbenpracht, diese Fülle an Musik und dieses großartige Tanzereignis hatten so gar nichts mit Karneval und Fastnacht zu tun und waren trotzdem ein wahnsinniger Publikums- und Be
rmagnet. Tanzshows eingerahmt von hochkarätigen Workshops geleitet von namenhaften Dozenten aus der ganzen Welt sowie einem vielfältigem Bazar mit glitzerndbunte Kostüme, betörende Düfte, traumhafte Accessoires, leckere orientalische Gaumenfreuden, eben Genüsse für alle Sinne, rundeten das Gesamtereignis „ORIENTALE“ ab.Einer der Höhepunkte dieses 10 Tage andauernden Events im tanzhaus nrw die werkstatt e.v war natürlich direkt die Eröffnungsgala. Internationale Namen wie Lulu Sabongi, Shahrazad, Gamal Seif, Semiramis, Magda Kadous und Manis versprachen schon von vornherein eine orientalische Show der Extraklasse auf tänzerisch höchstem Niveau . Und soviel sei vorweg verraten: Die Namen hielten was sie versprachen und die hohen Erwartungen der über 300 Zuschauer wurden nicht enttäuscht – im Gegenteil das Publikum war mehr als begeistert!
Verzaubert und in die Welt von 1001 Nacht entführt wurden die Ber von der ersten Sekunde an durch Shahrazads Tänze aus Usbekistan, Indien und Ägypten. Begleitet durch Live-Musik von Bruno Assenmacher und Anil schaffte sie es durch ihre großartige Ausdruckskraft, ihren einzigartigen fast philosophisch anmutenden Tanz und ihr Temperament in sekundenschnelle die Zuschauer zu verzaubern und in ihren Bann zu ziehen. Besser und mit einem größeren Highlight kann man eine derartige Show der Spitzenklasse kaum eröffnen. Ein absolut wundervoller Auftakt, eine gelungene Kombination von Live-Musik und Tanz. An dieser Stelle ein großes Kompliment an Manis für ihr hervorragendes Organisationstalent und Gespür für perfekt zusammengesetzte Show.
Denn als nächster Programmpunkt ein weiteres Highlight: Ennussah - klassisch schöne Eleganz mit einem klassisch orientalischem Tanz „delly ya delly“. Ein wundervoller Aufritt einer charismatischen Tänzerin mit perfekter Technik und extremer Ausdrucksstärke, anmutig und bezaubernd schön. Viele Bewundernde Worte über Ihren Auftritt hörten man selbst in der Pause und nach Showende noch – wenngleich die Tango-Orientalfusion „Raks Tango“ ein wenig an „Feuer“ und Leidenschaft vermissen ließ. Vielleicht lag es an der Auswahl von recht kalt wirkenden „Tanzschultangotakten“. Einer der zahlreichen argentinischen Tangos, die förmlich zu Hagallas und Majas einladen, wäre vielleicht eine bessere Musikwahl gewesen – wenn natürlich auch ungleich komplizierter für den ungeübten Zuhörer. So kam allerdings ein wenig die Kälte des Standard-Tanzens durch.
Aber auch bei der nächsten Solotänzerin sparten die Zuschauer im tanzhaus nrw nicht an Lobeshymnen: Lulu Sabongi betrat mit solcher Energie und südamerikanischem Temperament die Bühne zu „Brasileirinho“ und tanzen eine so wahnsinnig mitreißende Fusion, dass einem fast der Atem stockte. Ein Tempo wie ein Wirbelwind und eine Ausdrucksstärke, die ihres gleichen sucht. Einfach einzigartig diese Frau – was sie mit ihrem klassisch orientalischem Tanz „Leyali Zaman“ zum Abschluss der gesamten Show nochmals deutlich unter Beweis stellte! Der im Ablauf folgende Progammpunkt – Kontrast pur, aber nicht weniger ausdrucksstark: Gizella & Lisa zeigten einen modernen arabischen Tanz, der beinahe schon an Tanztheater erinnerte und sehr künstlerisch war. Ungewöhnlich und sehr interessant dargeboten. Genauso ungewöhnlich (noch) für deutsches Publikum: Bharata Natyam – klassisch indischer Tanz dargeboten von einem beeindruckend indischen Tänzer. Sudarsana Kumar avancierte allein durch seine ersten Tanzschritte zum absoluten Publikumsliebling. Die Zuschauer belohnten seinen genial und absolut perfekt dargebotenen traditionellen Tanz sowie im zweiten Showteil eine Bollywood Performance mit nicht enden wollenden Applaus. Ein absoluter Leckerbissen – nicht nur für Fans des orientalischen Tanzes. Ebenfalls nicht nur für Fans des orientalischen Tanzes war der Auftritt der folgenden Künstlerin, denn Semiramis zauberte einen solch wunderbaren Latino-Modern-Oriental auf die Bühne, dass man sich zeitweise fühlte wie im Karneval in Rio. Unterstrichen wurde ihr fantastischer Tanzstil durch ein bezauberndes goldfarbendes Kostüm dass jede Tänzerin auf großen Revue-Bühnen vor Neid erblassen ließe. Ein absoluter Traum dieser Auftritt – frech, erotisch – sinnlich – temperamentvoll !
Einen Traum von DER perfekten klassisch-ägyptischen Tänzerin habe ich persönlich eigentlich schon seit Jahren im Kopf. Ich wusste immer genau, so muss sie tanzen um perfekt zu sein .... aber ich hatte nie einen Namen, nie ein Gesicht zu meinem Traum ... es schien immer nur ein Traum zu bleiben. Doch als ich dann Magda Kadous die Bühne betreten sah und die ersten Takte der Musik „That el Sheback“ ihren Tanz (Baladi) begleiteten, wusste ich: DAS ist DIE klassisch-ägyptische Tänzerin schlechthin. So habe ich mir die perfekte Tänzerin erträumt – und scheinbar mit mir mehr als 300 Zuschauer. Man kann Magda Kadous eigentlich nicht beschreiben – sie ist absolut perfekt. Sie ist die Verkörperung des klassisch ägyptischen Tanzes in Person. Man muß sie einfach gesehen und erlebt haben um zu wissen, was perfekter klassisch ägyptischer Tanz ist. Absolut traumhaft, kraftvoll, dynamisch, ausdrucksstark – das stellte sie ganz deutlich auch mit ihrem weiteren Auftritt (ägyptische Folklore - Melaya Laff zu „banat bayati) im zweiten Showteil unter Beweis!
Ein weitererTraum, ein Traum in weiß, folgte direkt im Anschluß: Gamila tanzte sehr lyrisch, sehr weich, fließend und wundervoll harmonisch zu „el Malika“ einen klassisch orientalischen Tanz. Fast elfengleich schien sie über die Bühne zu schweben und das Publikum zu verzaubern. Sie erinnerte hierbei – gepaart mit ihrer technischen Perfektion – sehr an die großen Ballerinen in Giselle und ließ den begeisterten Betrachter Raum und Zeit um sich vergessen. Doch Bollywoodklänge holten einen schnell ins hier und jetzt: Sophia Chariarse begann diesen Abend Ihre Auftritte mit „minnat kare“. Beeindruckend ihre Mimik und ihre wundervollen, unendlich tief wirkenden Augen, die sie gekonnt einsetzte. Aber auch ihr Auftritt nach der Pause – hier zeigte sie Indian fusion dance – beeindruckte das Publikum so dermaßen, das es neben Klatschen und Trampeln kaum mehr wusste der Begeisterung und Ekstase für Ihren Tanz Ausdruck zu verleihen. Eine großartige Tänzerin!
Nun hätte sich bis hier hin schon kein Zuschauer über mangelnde Spitzenklasse und grandiose Tänzer beschweren können... und auch dachte man sich als Zuschauer insgeheim: wie sollen die bisher gezeigten Programmpunkte überhaupt noch zu erreichen oder gar zu toppen sein...?
Doch es wartete noch ungeahnte tänzerische Spitzenleistungen auf den
ahnungslosen Zuschauer ... ein sich in der orientalischen Tanzszene auskennender Ber hingegen wusste mit den noch offnen Namen des Programmheftes durchaus Meisterleistungen zu verbinden... und seine Erwartungen berechtigterweise hoch an zu setzten.
So schloss der erste Programmteil mit solch einem grandiosen Auftritt, der einem eine Gänsehaut einjagt: Manis & Gamal im Duett „Mouschah Masri“. Ein Pas de deux so hingebungsvoll getanzt, dass es einem als Zuschauer einen wohligen Schauer über den Köper jagt. Ein getanzter Traum. Bei jedem Schritt, jedem Takt stockte einem der Atem, weil man nicht den Bruchteil einer Sekunde dieses grandiosen Auftritts verpassen wollte oder dieses „Liebespaar des Abends“ gar stören wollte. Eine wundervoll ausdrucksstarke und bezaubernd schöne Manis – ein kraftvoll und furios tanzender Gamal Seif – hier glaubte man, ein Märchen aus 1001 Nacht ist Wirklichkeit geworden. Tosender Beifall, Bravo-Rufe, ein Publikum außer Rand und Band – das war der gerechte Lohn für diesen Tanz! Zum Glück war nach diesem Auftritt nur Pause und nicht schon Ende dieses Showabends – so gab es ja noch eine weitere Möglichkeit dieses neue Traumpaar des orientalischen Tanzes „live on stage“ zu erleben, diesmal modernen und frecher getanzt: „new look – passt das“ – mein Urteil: es passt! Und zwar nicht nur perfekt ins Programm!
Doch nach der Pause gab es erst einmal ein weiteres tänzerisches Highlight, sozusagen ein tanzendes Juwel zu bewundern: Raksan tanzte zur klassischen Musik von Salome einen modernen orientalischen Tanz, wobei sie so viele neue ausdrucksstarke und experimentelle Elemente zeigte, dass man sofort bemerkte: Diese Frau tanzt nicht einfach nur – sie lebt den Tanz! Sie tanzt, weil das Blut in Ihren Adern tanzt. Jedes mal wenn ich Raksan tanzen sehe, hat sie sich verändert und verbessert – doch eins bleibt immer gleich: ich hoffe jedes mal, ihr Tanz möge niemals enden...
Aber leider ging nicht nur Raksans Tanz zu Ende, sondern auch der gesamte Showabend. Natürlich ist noch der wundervolle Auftritt des Trios El Azhar zu erwähnen! Manis, Semiramis und Gamila tanzten einen Federfächertanz mit beeindruckend abwechslungsreicher Choreographie und doch mit typischer Handschrift dieser drei herausragenden Tänzerinnen. Immer wieder eine wundervolle Einheit – immer wieder ein wundervoller tänzerischer Genuss.
Somit kann abschließend ganz klar gesagt werden, das dem Zuschauer sowohl eine tänzerischen Spitzenleistung durch wirklich alle Künstler wie auch von Manis eine tänzerische UND organisatorische Meisterleistung geboten wurde. Ein so abwechslungsreiches Programm auf so hohem Niveau mit einer so großen Dichte an weltklasse Tänzern mit internationalem Ruf macht ihr so schnell keiner nach. Kompliment!
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Anja Alice Nelk
Holger Schmidt
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